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Tibet (2/3): NamTso, Reting, Tedrum

China - Teil VI

sunny 10 °C
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Nach 2 Tagen in und um Lhasa ist es Zeit, ins richtige Tibet aufzubrechen. Mit dem Jeep sind wir 4 Tage unterwegs in einem noerdlichen Loop. Zunaechst geht es nach Tsurphu, wo der Karmapa Lama (Tibets dritthoechster Lama) eigentlich ansaessig ist (die aktuelle Inkarnation lebt aber seit ein paar Jahren im Exil in Indien). Unterwegs wird die Strecke entlang eines kleinen Flusses ziemlich rumpelig, so dass die Fahrt nicht allzu bequem ist. Zu mittag gibt es tibetanische Nudelsuppe aus einer wenig sauberen Klosterkueche.

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Am Nachmittag fahren wir weiter in Richtung NamTso See. Zunaechst muessen wir jedoch 120 Yuan (=13 EUR) Eintritt zahlen (fuer einen See???) und den Laken-La Pass mit seinen 5190m ueberwinden. Hier oben weht ein zuegiger, kalter Wind und schon nach ein paar Schritten geht einem die Puste aus. Wir werden jedoch mit den ersten weiten Blicken ueber den NamTso See und die einfassenden Bergketten belohnt. Der NamTso selbst liegt auf 4700m Hoehe und ist damit der vermeintlich hoechstgelegene Salzwasser-See der Welt. Am Abend regnet es, so dass wir schnell unsere Nudelsuppe als Abendbrot verzehren und ins Bett gehen. Geschlafen wird in einem kleinen, unbeheizten Blechverschlag, das (Plumps-)Klo liegt 150m durch die Kaelte in einem unbeleuchteten Beton-Bunker. Die Nacht ist kurz und verdammt kalt.

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Am naechsten Morgen werden wir jedoch mit einem klaren Himmel und einem spektakulaeren Sonnenaufgang ueber dem See belohnt. Die Spitzen der umgebenden Berge (bis 7200m) faerben sich langsam rosa, und der Himmel explodiert in orange-rot. Wir sitzen frierend auf einem kleinen Huegel, auf den wir uns keuchend (aufgrund der Hoehe) raufgekaempft haben. Als die Sonne dann endlich waermend am Himmel steht, haben wir wieder etwas Atem fuer Schabernack und erkunden das Seeufer und die verschiedenen Gebetsfaehnchen-Sammlungen.

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Gegen 10.00 entwickelt sich der See zur Touri-Attraktion. Busseweise werden chinesische Tourgruppen ausgeladen. Es herrscht ein bisschen Jahrmarkt-Stimmung. Lokale Nomaden offerieren Fotos mit ihren bunt geschmueckten Yaks. Man kann auf Pferden reiten und allerhand Schnickschnack erwerben. Wir fluechten in die Kora um die Halbinsel am Ufer des Sees, wo es angenehm ruhig bleibt.

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Gegen mittag verlassen wir den See und fahren in Richtung Reting Kloster. Der Weg zum Kloster ist lang und ungeteert, so dass wir kraeftig durchgeschuettelt werden. Allerdings ist die Landschaft unterwegs herrlich idyllisch: gruene Bergwiesen, schwarze Yaks und ein tuerkis-farbener Fluss, an dessen Ufer wir uns entlangschlaengeln. Die Uebernachtung in der Kloster-Herberge ist recht einfach und wieder ziemlich kalt, da unbeheizt. Zu essen gibt es natuerlich wieder tibetanische Nudelsuppe -- man ahnt es schon. Das Klo ist ein einfacher open-air Donnerbalken ums Eck. Um das Kloster streunt eine Rotte von ca. 20 Hunden, die einem bei jedem Schritt misstrauisch hinterherschauen. Alles noch wie vor 100 Jahren! Am morgen laufen wir rechtzeitig zu Sonnenaufgang eine Kora um das Kloster und kommen dabei auch an einer der makaberen Sky-Burial-Plaetze (und den dazugehoerigen Werkzeugen) vorbei. Danach touren wir kurz das Kloster und sehen in der Kueche bei der Zubereitung des Fruehstuecks (Yakbuttertee und Reis mit Butter und Trockenfruechten) zu.

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Am spaeten Vormittag fahren wir dann weiter nach Tedrum, wo es ein Nonnenkloster mit angegliederten heissen Quellen gibt. Wir freuen uns schon auf ein heisses Bad (nach 3 Tagen der kalten Katzenwaesche). Angesichts der doch eher fragwuerdigen hygienischen Verhaeltnisse in und um die Hot Springs verkneifen wir uns jedoch die ganze Geschichte. Wieder gibt es Nudelsuppe und wieder das Klo al fresco in der naehe des Flusses. Man gewoehnt sich so langsam daran...

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Am naechsten Tag schauen wir morgens eine Stunde den Nonnen beim Morgengebet zu und fahren dann frueh weiter zum Drigung Til Kloster, das ein paar Kilometer weiter am Hang liegt. Hier touren wir wieder die Hallen mit zahlreichen Buddha-Statuen und speziellen Schutzgeistern. In einer Halle wird noch fleissig restauriert, um die folgen der Zerstoerung waehrend der Kulturrevolution in China zu beseitigen. Wir machen ausgiebig vom Kloster-Gift Shop Gebrauch, wo es guenstig allerhand religioese Gluecksbringer und spezielle Moenchs-Medizin zu kaufen gibt, die gegen alle erdenklichen Krankheiten hilft (die Moenche haben die Kraeuter bei der Herstellung be-betet).

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Ueber das Ganden-Kloster fahren wir dann zurueck nach Lhasa, wo wir froh ueber eine warme Dusche und ein nicht so kaltes Bett sind.

Posted by stefan08 13:31 Archived in China

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